Zu Beginn der Motorradsaison hat die Polizei bei stadtweiten Kontrollen zahlreiche Sicherheitsmängel festgestellt und Verstöße geahndet. Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende 2380 Kradfahrer überprüft, wie die Polizei gestern mitteilte. Bei der mit Videowagen und Zivilfahrzeugen unterstützten Aktion wurden 296 Verstöße mit Anzeigen oder Verwarnungsgeldern geahndet. Somit verstieß jeder achte Fahrer gegen die Vorschriften.
Es lagen teils erhebliche Tempoüberschreitungen in insgesamt 72 Fällen vorn, an der Spitze zwei Biker mit Tempo 98 und 96 bei erlaubten 50 km/h. 32 Motorradfahrer hatten Sicherheitsabstände beim Überholen oder bei Spurwechseln unterschritten. 21 Fahrer standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, 19 Biker konnten keine Fahrlizenz vorweisen und 16 Motorradfahrer hatten auf den Schutzhelm verzichtet. Bei der Überprüfung des technischen Zustands fielen 87 Zweiräder durch; 15 Motorräder wurden deswegen sichergestellt.
Man kann das auch anders sehen: Von 2380 Kradfahrern haben sich 2084 korrekt verhalten. Das sind knapp 88 % aller Geprüften. Oder 2293 von 2380 untersuchten Motorrädern waren in technisch einwandfreiem Zustand; das sind gute 96 %.
Ein alltäglicher Verkehrsunfall und seine Folgen. Aus dem Attest eines Psychiaters:
Am 02.05.07 ereignete sich ein Verkehrsunfall: Herr B. wollte mit seinem Motorroller rechts abbiegen, bremste, ein PKW fuhr ihm von hinten in den Roller. Die Angaben des Unfallpartners über die KfZ-Versicherung waren unkorrekt.
Herr B. machte sich Sorgen, da an seinem Motorroller erhebliche Schäden durch den Unfall bestanden,
er fühlte sich hilflos, fürchtete, dass er die Kosten selbst übernehmen müsse.
Er hatte auch körperliche Schmerzen. Psychisch verschlechterte sich sein Zustand durch die Aufregung; er war kaum in der Lage, nachts zu schlafen, fühlte sich hilflos, hatte Angst, erlitt Panikzustände, mußte ständig an den Unfall denken. Die Stimmung war ständig gedrückt, er empfand Wut.
Die oben beschriebenen Beschwerden hielten an, bis er am 25.07.07 einen neuen Roller erhielt.
Aus dem Attest geht nicht hervor, daß der Roller per Rezept verordnet wurde.
Etwas abenteuerlich war der Weg dorthin. Nicht in den Wedding, das war nicht das Problem. Sondern der Gang über den Hinterhof in den dritten Stock. Im Wedding stehen eben keine Häuser nach dem Geschmack von Wilmersdorfer Witwen.
Was sich dort in der relativ kleinen Wohnung bot, war begeisternd. Ramona hatte das eheliche Schlafzimmer zur Schneiderei um- und ausgebaut; dort fertigte sie nun erstklassige Lederarbeiten an. Nun habe ich auch eine stabile Weste, maßgeschneidert.
Aber nicht nur Rocker werden von Ramona versorgt. Sie engagiert sich im Quartiersmanagement Pankstraße und bastelt gemeinsam mit Kindern unter anderem Indianerschmuck und Traumfänger. Mit den Kleinen ebenso professionell wie mit den Großen. Kreative Kids im Berliner Wedding.
Rocker und Kinder: Ich finde, das paßt gut zueinander.
Und damit auch Altrocker, die die Treppen nicht mehr hochkommen, den Weg zu Bullstyle finden, gibt es seit Ende des vergangenen Jahres die Schneiderei in solide eingerichteten Räumen zu ebener Erde im Gartenhaus der Turiner Straße 6.
Knapp 112 Kilogramm Methan emittiert eine Kuh jährlich. Umgerechnet in Kohlendioxid entsprechen die Abgase den CO2-Emissionen eines Kleinwagens, der 18.000 km im Jahr gefahren wird.
Zeugen sind in Gerichtsverfahren das wichtigste Beweismittel. Und das unsicherste. Dieses kleine Video zeigt auf, wie gering der Wert von Aussagen ist, die Zeugen liefern, obwohl sie unmittelbar am Geschehen beteiligt oder direkt in der Nähe waren:
Immer wieder wird nach der Tabelle für den Nutzungsausfallschaden gesucht und gefragt, den Motorradfahrer geltend machen können. Hier ist eine aktuelle und komplette Übersicht:
Gruppe A: Tagessatz 10,00 Euro
für Mofa / Moped / Mokick / Roller bis 50 ccm Hubraum
Gruppe B: Tagessatz 15,00 Euro
für Leichtkrafträder und Roller bis 80 ccm Hubraum
Gruppe C und D: Tagessatz 18,00 Euro
für Roller und Motorräder bis 13 kW,
Gruppe E: Tagessatz 26,00 Euro
für Roller und Motorräder bis 20 kW
Gruppe F: Tagessatz 31,00 Euro
für Motorräder bis 37 kW
Gruppe G: Tagessatz 46,00 Euro
für Motorräder bis 57 kW
Gruppe H: Tagessatz 56,00 Euro
für Motorräder bis 72 kW
Gruppe J: Tagessatz 66,00 Euro
für Motorräder über 72 kW oder über 1200 ccm Hubraum
Achtung: Das sind grundsätzliche und pauschale Angaben. Im Einzelfall gibt es mehr oder weniger.